Von <Autorname> · Fachlich geprüft von <Recenzent> · Zuletzt geprüft: Oktober 2026
Transparenz: Dieser Beitrag verlinkt auf Amazon, damit Sie das Modell dort ansehen können. Wir nehmen derzeit an keinem Partnerprogramm teil und verdienen an diesen Links nichts. Wir haben dieses Produkt nicht selbst getestet. Grundlage sind die vollständigen Herstellerangaben, die wir Position für Position gegen DIN 13157 abgeglichen haben.
Kurz gesagt: Die Lifebag M Sport ist eine bestückte Erste-Hilfe-Ausstattung für Sportvereine, Schulen und Übungsgruppen. Sie enthält eine Füllung nach DIN 13157 — bei mehreren Positionen sogar mehr als die Norm verlangt — ergänzt um typisches Sportzubehör wie Tape, Kältekompressen und Blasenpflaster. Das eigentlich Besondere ist das LifePad im Deckel: eine Reanimationshilfe, die per LED die Kompressionstiefe und per Signalton die Frequenz von 100 Schlägen pro Minute vorgibt. Ein wichtiger Hinweis vor dem Kauf: Der Hersteller führt das Produkt als Tasche mit Tragegurt, nicht als Rucksack.
Ein Hinweis, der vor allem anderen kommt
Bei Amazon läuft dieses Produkt unter der Bezeichnung „Erste Hilfe Rucksack für den Sport“. In den Unterlagen des Herstellers heißt es dagegen „Notfalltasche„, und als Tragemöglichkeiten sind ein Tragegriff und ein Schultergurt dokumentiert. Rucksackgurte werden in den offiziellen Produktdaten nicht genannt.
Wenn Sie die Ausstattung über längere Wege auf dem Rücken tragen wollen — etwa zu einem entlegenen Sportplatz — prüfen Sie das bitte anhand der Produktbilder, bevor Sie kaufen. Für den typischen Einsatz, bei dem die Tasche vom Vereinsheim an den Platzrand getragen und dort abgestellt wird, spielt es keine Rolle.
Wir nennen das deshalb so früh, weil es der einzige Punkt ist, an dem die Produktbezeichnung bei Amazon und die Herstellerangabe auseinandergehen.
Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hersteller | W. Söhngen GmbH, Platter Straße 84, 65232 Taunusstein |
| Artikelnummer | 0405049 · GTIN 4250108829713 |
| Maße | 490 × 300 × 280 mm (B × H × T) |
| Gewicht | 3,46 kg — bestückt |
| Material | Polyester-Hochfestgewebe, rot |
| Wasserabweisend | ja, spritzwassergeschützt |
| Verschluss | Reißverschluss |
| Tragen | Tragegriff und Schultergurt |
| Sichtbarkeit | Reflektionselemente |
| Füllung | nach DIN 13157 plus Ergänzungen für Sportverletzungen |
| Produktstatus | laut Herstellerdatenblatt kein Medizinprodukt und kein Arzneimittel |
| Herkunftsland | Deutschland |
Zum Gewicht: 3,46 kg sind das Gewicht im bestückten Zustand. Das ist für eine komplette Ausstattung bemerkenswert wenig — zum Vergleich wiegt ein leerer professioneller Notfallrucksack mit Sauerstoffhalterung rund 5 kg. Für Übungsleiter, die die Tasche zu jedem Training mitnehmen, ist das der praktisch entscheidende Wert.
Die Füllung gegen DIN 13157 geprüft
Hier liegt der eigentliche Wert dieser Seite. Wir haben die vom Hersteller veröffentlichte Positionsliste mit den Mengen verglichen, die DIN 13157 vorschreibt.
| Position nach DIN 13157 | Norm verlangt | In der Lifebag M Sport |
|---|---|---|
| Verbandpäckchen klein | 1 | 1 ✓ |
| Verbandpäckchen mittel | 3 | 3 ✓ |
| Verbandpäckchen groß | 1 | 1 ✓ |
| Verbandtuch DIN 13152-A (60 × 80 cm) | 1 | 1 ✓ |
| Kompresse 10 × 10 cm | 6 | 9 — mehr als die Norm |
| Augenkompresse | 2 | 2 ✓ |
| Kälte-Sofortkompresse | 1 | 2 — mehr als die Norm |
| Rettungsdecke | 1 | 2 — mehr als die Norm |
| Fixierbinde 6 cm | 2 | 2 ✓ plus 2 kohäsive |
| Fixierbinde 8 cm | 2 | 2 ✓ plus 2 kohäsive |
| Dreiecktuch | 2 | 3 — mehr als die Norm |
| Wundschnellverband 10 × 6 cm | 12 | 12 ✓ |
| Folienbeutel | 2 | 2 ✓ |
| Vliesstofftuch | 5 | 5 ✓ |
| Einmalhandschuhe | 4 | 8 — mehr als die Norm |
| Feuchttuch | 4 | 4 ✓ |
| Gesichtsmaske | 2 (Typ I) | 2 × EN 14683 Typ IIR — höhere Schutzklasse |
| Schere (190 mm) | 1 | 1 Kleiderschere 19 cm ✓ plus eine zweite Schere 14,5 cm |
| Heftpflaster | 1 | 1 ✓ (plus zweite Pflasterrolle) |
Das Ergebnis: Die Füllung erfüllt DIN 13157 und liegt bei sieben Positionen darüber. Besonders sinnvoll sind die doppelten Rettungsdecken und die zusätzlichen Handschuhe — bei einer Verletzung auf dem Platz sind beide Positionen typischerweise zuerst aufgebraucht.
Zwei Punkte, die Sie beim Auspacken prüfen sollten: DIN 13157 verlangt zusätzlich eine Erste-Hilfe-Broschüre und ein Inhaltsverzeichnis. Beide erscheinen in der veröffentlichten Positionsliste nicht. Möglich ist, dass sie beiliegen und nur nicht gelistet sind. Falls sie fehlen: Das Inhaltsverzeichnis ist der Punkt, an dem später jede Nachbestückung hängt — legen Sie sich dann selbst eine Liste in die Tasche.
Das Sportzubehör: was zusätzlich drin ist
Über die Norm hinaus enthält die Tasche gezielt das, was bei Sportverletzungen gebraucht wird:
| Position | Menge | Wofür |
|---|---|---|
| Sport-Tape 10 m × 3,75 cm | 2 | Stützverbände an Knöchel, Finger, Handgelenk |
| Kohäsive Fixierbinden 6 cm und 8 cm | je 2 | Halten ohne Klammer, verrutschen nicht — im Sport der praktische Vorteil gegenüber einfachen Mullbinden |
| Kälte-Sofortkompressen | 2 | Prellungen, Zerrungen, Schwellungen |
| Kühlspray 200 ml | 1 | Siehe Hinweis unten |
| Blasenpflaster (Finger/Zehen) | 6 | Der häufigste Grund, warum jemand die Tasche überhaupt öffnet |
| Quickverbände groß | 2 | Schnelle Wundabdeckung ohne Schere |
| Wundreinigungsset | 5 Tücher | Schürfwunden auf Kunstrasen und Tartan |
| Beatmungstuch BT-DRY | 2 | Hygienische Barriere bei der Atemspende |
| Kleiderschere 19 cm | 1 | Trikot und Stutzen auftrennen, ohne zu verletzen |
Zum Kühlspray. Es ist bequem, aber nicht das beste Mittel. Direkt und zu lange auf die Haut gesprüht kann es Erfrierungen verursachen, und es wirkt nur oberflächlich. Auf offene Wunden gehört es nicht. Die Kälte-Sofortkompresse — in ein Tuch gewickelt, nicht direkt auf die Haut — ist in fast allen Fällen die bessere Wahl. Und der wichtigste Punkt: Kühlen beseitigt keine Verletzung. Wer nach dem Sprühen weiterspielt, riskiert mehr als vorher.
LifePad: das eigentliche Argument
Die meisten Verletzungen im Sportverein sind harmlos. Was tatsächlich tödlich endet, ist der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand — und er trifft nicht nur ältere Freizeitsportler. In genau diesem Fall entscheidet die Qualität der Herzdruckmassage in den ersten Minuten, lange bevor der Rettungsdienst da ist.
Das LifePad im Deckel der Tasche setzt dort an:
- Es liegt auf dem Brustkorb und gibt über farbige LEDs Rückmeldung, ob Sie tief genug drücken. Zu flaches Drücken ist der häufigste Fehler von Laienhelfern.
- Ein akustisches Signal gibt die Frequenz von 100 Kompressionen pro Minute vor. Unter Stress wird fast immer zu schnell gedrückt.
- Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung liegt bei — gedacht für den Moment, in dem niemand mehr klar denkt.
Warum das mehr wert ist als jedes andere Teil in der Tasche: Ein Tape-Verband kann warten. Eine Reanimation nicht. Und der Unterschied zwischen einer Herzdruckmassage mit und ohne Feedback ist messbar.
Was das LifePad nicht ist: kein Defibrillator. Es ersetzt keinen AED und keinen Notruf. Die Reihenfolge bleibt: 112 rufen, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, AED holen lassen.
Für wen das passt
| Passt gut | Passt nicht |
|---|---|
| Sportvereine, Fußball-, Handball-, Leichtathletikabteilungen | Rettungsdienste und Helfer-vor-Ort-Gruppen — dort gelten eigene Listen |
| Schulen, Schulsport, Jugendfreizeiten | Privathaushalte als Notgepäck — falsche Kategorie |
| Übungsleiter und Trainer, die die Ausstattung zu jedem Training mitnehmen | Wer zwingend einen Rucksack mit zwei Schultergurten braucht |
| Vereinsheime als zentrale Erste-Hilfe-Station | Betriebe mit vielen Beschäftigten — dort eher DIN 13169 |
Wenn Sie für eine Kita oder Schule ausstatten: Erste-Hilfe-Ausstattung in Kita und Schule
Wenn Ihr Verein Angestellte hat, gelten zusätzlich betriebliche Regeln: Verbandkasten im Betrieb nach ASR A4.3
Was Sie zusätzlich organisieren müssen
- Ersthelfer ausbilden. Material ohne geschulte Menschen ist Dekoration. Für Vereine mit Beschäftigten ist die Zahl der Ersthelfer sogar vorgeschrieben; die Kosten übernimmt in der Regel der Unfallversicherungsträger.
- Verfallsdaten überwachen. Der größte Teil der DIN-Füllung hat ein Ablaufdatum. Ein Nachfüllset ist deutlich günstiger als eine neue Tasche.
Nachfüllset DIN 13157: was wann ersetzt werden muss
- Batterien des LifePad prüfen. Ein Feedback-Gerät, das im Ernstfall nicht startet, ist schlimmer als keines, weil man sich darauf verlässt.
- Einen festen Platz festlegen und allen Trainern sagen, wo er ist. Die am häufigsten verlorene Minute entsteht beim Suchen.
- AED klären. Prüfen Sie, wo der nächste Defibrillator hängt, und hinterlegen Sie das schriftlich in der Tasche. Viele Sportstätten und Rathäuser haben einen.
Die Alternativen im direkten Vergleich
| Wenn stattdessen… | Dann eher |
|---|---|
| …Sie zwingend einen Rucksack mit zwei Schultergurten brauchen | PULOX Advance — ebenfalls bestückt und mit vollständigem DIN-13157-Satz, zusätzlich mit Diagnostikmaterial für geschultes Personal |
| …Sie nach DIN 13232 bestücken und Sauerstoff führen | Söhngen NumberOne — leer, deutlich größer, mit O₂-Halterung |
| …Sie einen Defibrillator mitführen | Elite Bags PARAMED’S EVO — leer, 46 Liter, mit eigenem AED-Fach |
Der Unterschied in einem Satz: Die Lifebag M Sport ist die einzige der vier, die gezielt für Sportverletzungen zusammengestellt ist und mit dem LifePad eine Reanimationshilfe mitbringt — dafür ist sie am wenigsten erweiterbar.
Fazit
Von den Ausstattungen in dieser Preisklasse ist die Lifebag M Sport die am besten auf ihre Zielgruppe zugeschnittene. Die Füllung erfüllt DIN 13157 und geht bei den Positionen darüber hinaus, die im Sport wirklich zur Neige gehen. Das Sportzubehör ist sinnvoll gewählt, mit Ausnahme des Kühlsprays, das man zurückhaltend einsetzen sollte. Und mit dem LifePad enthält sie ein Teil, das in der entscheidenden Situation tatsächlich einen Unterschied macht.
Unsere Empfehlung in einem Satz: Für Sportvereine und Schulen die naheliegendste Wahl — vorausgesetzt, Sie brauchen keine Rucksackgurte und bilden parallel Ersthelfer aus.
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Preise und Verfügbarkeit können sich jederzeit ändern. Maßgeblich ist die Angabe auf Amazon zum Zeitpunkt des Kaufs. Wir nehmen derzeit an keinem Partnerprogramm teil und verdienen an diesen Links nichts.
Häufige Fragen
Erfüllt die Lifebag M Sport die DIN 13157? Die Füllung ist nach DIN 13157 zusammengestellt und übertrifft die Norm bei mehreren Positionen, unter anderem bei Kompressen, Rettungsdecken, Dreiecktüchern und Handschuhen. Prüfen Sie beim Auspacken, ob Erste-Hilfe-Broschüre und Inhaltsverzeichnis beiliegen.
Ist es eine Tasche oder ein Rucksack? Der Hersteller bezeichnet das Produkt als Notfalltasche und dokumentiert Tragegriff und Schultergurt. Bei Amazon wird es als Rucksack geführt. Wenn Sie zwingend Rucksackgurte brauchen, prüfen Sie die Produktbilder.
Was macht das LifePad genau? Es ist eine Reanimationshilfe: LEDs zeigen, ob Sie ausreichend tief drücken, ein Signalton gibt 100 Kompressionen pro Minute vor, und eine Anleitung führt durch die Maßnahme. Es ist kein Defibrillator.
Reicht diese Tasche für unseren Betrieb? Für kleine Einheiten ja, sofern die Zahl der Behältnisse und die Wegelängen nach ASR A4.3 passen. Für Herstellungsbetriebe und größere Belegschaften ist eher DIN 13169 vorgesehen.
Wie oft muss nachbestückt werden? Mindestens einmal jährlich kontrollieren, dazu nach jeder Benutzung. Fast alle Verbandstoffe haben ein Verfallsdatum; nur wenige Positionen altern nicht.
Quellen
- W. Söhngen GmbH, Produktdatenblatt Lifebag M rot Sport inkl. LifePad, Art.-Nr. 0405049, Stand 25.03.2026 (Maße, Gewicht, Material, Normbezug, Produktstatus)
- Herstellerangaben zur vollständigen Positionsliste der Füllung
- DIN 13157:2021-11 Erste-Hilfe-Material — Verbandkasten C (Soll-Mengen für den Abgleich)
- EN 14683 — medizinische Gesichtsmasken, Typklassen
- ASR A4.3 Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe
- DGUV Vorschrift 1 § 26 — Zahl der Ersthelfer
